Reisegedichte: Wieder-Sehen

Wieder-Sehen

Als ich meine Heimat verließ
Da regneten die Wolken als
Ob der Himmel weinen würde
Dass ich fortging

Aber als ich in der Ferne ankam
Da war derselbe Himmel meiner Heimat über mir
Und dieselbe Sonne ließ die Blumen
Auf meinem Grabe erblühen und verdorren
Die auch das Haus meiner Geburt beschienen hatte

Unter diesem Himmel und dieser Sonne
Setzte ich mich
In der Ferne meiner Heimat
Zu Staub und weinte

Gerry Huster

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Das Geheimnis

Das Geheimnis

Im blauen Mond hängt eine Uhr aus Sand
In seinem Schein schaut sie das schwarze Land
Ich ward nicht glücklich seit ich sie gesehn
Und weiß auch sie wird irgendwann vergehn
Es scheint die Erde wird durch sie befreit
Der Tag wird kommen den das Beil zerteilt
Die Zeit vergeht und keiner weiß bis wann
Der Sand zerfällt ich fall in seinen Bann
Und schließ ich auch die kleinen Äuglein zu
So sie vergeht so fehlet mir die Ruh

Gerry Huster

Gedanken zum neuen Jahr

Ein Jahr ist rum. So viele Tage. Wochen, Stunden.
Es ist vorbei. Ein weiteres Jahr voller Leiden und Schmerz. Aber auch Glück.
Mitte des Jahres habe ich diesen Blog eröffnet und er hat inzwischen 42 Follower. Ich weiß nicht, ob das viel ist für ein halbes Jahr. Es ist mir auch egal. Ich habe mich jedenfalls weiterentwickelt von meinen ersten Gedichten. Und ich werde es weiter tun.
Der erste Tag im Jahr und ich schreibe diese Zeilen. Man kann schlechter ins neue Jahr starten.
Gerade stört mich eine Nachricht. Ich will keine Nachrichten bekommen.
Ich schaue nach, was es war. Nichts wichtiges. Ich schreibe weiter.
Gestern mittag habe ich einen Spaziergang gemacht. Dabei ist mir ein Haiku eingefallen.


Haiku Nr. 17
Verlorene Zeit
Kehrt nicht mehr zu mir zurück
Außer in Tränen

Ich habe viel Zeit verloren.
Aber auch viel Zeit verwertet und genutzt.
Kann ich zufrieden sein?
Zufrieden sein ist ein Privileg der Tierwelt
Aber manchmal holt mich die verlorene Zeit ein.
Dann verfluche ich mich.
Schreie mein Spiegelbild an, will, dass es aufhört, mich zu verfolgen.
Aber das tut es nicht.
Das alte Jahr war ganz in Ordnung.
Ich bin dankbar für diesen Blog.
Dankbar um jeden, der meine Texte liest.
Das gibt mir Zuversicht.
2018 war o.k.
2019 wird es wohl auch.
Ein frohes neues Jahr

Gerry Huster 01.01.2019


Das ist mein Haiku

Ich veröffentliche die Haikus normalerweise nicht auf meinem Blog.

Wer möchte findet sie auf Instagram

https://www.instagram.com/gerryhuster/

Oder unten links auf meinem Blog

Über mein Gedicht „résumé“

Es mag seltsam scheinen, dass ich eins meiner Gedichte „résumé“ genannt habe. Einem von meinem Alter mag es durchaus nicht zustehen, sich selber einzubilden, er habe eine Zusammenfassung über das Leben zu ziehen. Schließlich hat er ja selber noch nicht einmal einen Bruchteil seines Lebens erlebt und sein „es nützt nicht zu leben“ lässt sich wohl kaum ernst nehmen. Woher soll er das auch wissen?

Auch ich habe mir selbstverständlich darüber Gedanken gemacht, ob ein solches Gedicht mich nicht vielleicht komplett lächerlich erscheinen lässt, wenn ich ein solches Gedicht schreibe und ob es unter Umständen nur ein Zeugnis jugendlicher Selbstüberschätzung ist, wie alles, was ich schreibe jugendliche Selbstüberschätzung sein könnte.

Ich bin jedoch zu dem Schluss gekommen, dass ich gerade wegen meiner Jugend besonders in der Lage bin, ein solches Gedicht zu verfassen. Das hängt mit dem Lyrischen Ich des Gedichtes zusammen. Ein Resümee -wie die hässliche deutsche Schreibweise lautet- zieht man, nachdem etwas vorbei ist. Ein Resümee über das Leben kann man also in der Theorie erst dann ziehen, wenn man bereits tot ist. Da es jedoch aus offensichtlichen Gründen unmöglich erscheint, einen toten einen Text schreiben zu lassen, muss diese Aufgabe von lebenden übernommen werden. Hierzu eignen sich nach meiner Meinung in vielen Fällen nur die Jungen. Denn um objektiv an dieses heikle Thema heranzugehen, muss man eigentlich unsterblich -d.h. davon nicht betroffen- sein. Da jedoch auch dies unmöglich ist, braucht man Leute, die ihren eigenen Tod noch nicht vor Augen, sich jedoch schon mit dem Tod allerlei Leute –„bedeutenden“ wie „unbedeutenden“- auseinandergesetzt hat. Deswegen braucht es gerade jemand Jungen, um ein Resümee über das Leben zu schreiben. Jemand altes würde sich die Dinge u.U. schönreden, um seinen eigenen Tod gelassener zu sehen.

Was ebenfalls noch gesagt werden muss: Das Lyrische Ich aus dem Gedicht ist (bzw. war) Atheist. Ich bin kein Atheist, weswegen ich den Aussagen des Gedichtes zwar durchaus zustimme, jedoch noch an eine weitere Ebene glaube, in der unser Leben sehr wohl einen Sinn hat. Ich muss daran glauben. Andernfalls könnte ich mir genauso gut die Pulsadern aufschneiden.

Gerry Huster

Sollten Sie mein Gedicht résumé noch nicht gelesen haben, können Sie es hier tun. Es würde mich freuen.

Urlaub

Ich bin ab jetzt im Urlaub. Urlaub ist wichtig. Man muss seinen Geist leeren, damit neues hineinströmen kann. Ich persönlich nutze den Urlaub immer, um zur Ruhe zu kommen. Nichts mehr mitzubekommen außer sich selber. Es ist für mich deswegen wichtig, in meinem Urlaub kein Internet zu haben. Ob ich schon ab dieser Woche keins mehr haben werde, weiß ich nicht. Aber spätestens danach wird es für ein paar Wochen von meiner Seite aus ziemlich leer hier werden.

Fürs Dichten ist so ein Urlaub übrigens sehr wichtig. Jedes (gute) Gedicht basiert auf einer Erfahrung des Dichters, die er mehr oder weniger abstrakt darstellt. Solche Erfahrungen macht man am besten, ohne das Gesicht auf einen Bildschirm gerichtet zu haben. Außerdem bietet sich die Zeit dazu an, sich Sachen zu widmen, für die man sonst wenig Zeit hat. Ich perönlich hoffe, meine Tanzkenntnisse ein wenig auffrischen zu können. Ein bisschen Charleston, Foxtrott und so weiter…

Gerry Huster