Winde

Winde

Wo ein Blatt vom Baum fällt
Der Wind fängt es sich auf
Trägt dann in die Winde
Das Blatt in irrem Lauf

Wirft es hoch und runter
Und zeigt ihm irgendwas
Wenn die Zeit gekommen
Fällt es ins grüne Gras

Zynisch treiben Winde
Das Blatt an mir vorbei
Kann es doch nicht fassen
Zu schnell ist es; Verzeih!

Bin doch selber Laub nur
Das sich im Wind verfängt
Voller Zweifel Glück leicht
In Spinnennetzen hängt

Gerry Huster

Frühlingserwachen

Frühlingserwachen

Des Nachts im süßen Schlaf die dunkle Decke
Schnee begrub mich unter kaltem Schein
Ganz weiß und weich dass ich mich nicht erschrecke
Schwindet langsam unbemerkt das Sein

Des Morgens Wärme weckt den alten Schläfer
Wütend schaut die Sonne heute zu
Der Schnee zerrinnt und Matsch ertränkt wie Käfer
Nichts als Sehnsucht bleibt von guter Ruh

Sag, kann denn Schnee nicht Hagel sein
Der mich im Traum erschlägt
Und trägt; aus dieser Welt

Sag, warum ist die Nacht so klein
Was habe ich gewählt!
Es zählt; nichts was behält

Gerry Huster

Zweimaliger Gang durch eine Allee

Ich ging einen Pfad gesäumt von Bäumen

Auf meinem Weg zum Meer dahin

Und dort wollt‘ ich gern vom Himmel träumen

entfliehen wollt‘ ich Zweck und Sinn

Und wärmend schien geliebt die Sonne

und streichelte mein blankes Haupt

Der Blumenduft in seiner Wonne

Ein Zauber, nie im Raum geschaut

Doch sah ich nun am Meer mit Schrecken

das Wasser nicht vor lauter Dreck

Die Schönheit schien sich zu verstecken,

Weil ihr des Menschen Tat nicht schmeckt

Und als ich mich

umdrehte, bemerkte ich, dass

der Zauber des Ortes!

verschwunden war. Und begraben.

unter den Myriaden an

Plastiktüten und Glasflaschen und Zigarettenstummeln und Verpackungen und.

Die Sonne

versteckte sich hinter Smog.

Der Würde eines Reimes wert

erschien mir dieser Ort

nicht mehr

Gerry Huster