Abgang

Abgang

Jetzt geht er endlich unter
Mein selbstgequälter Geist
Es war zu viel für den, der
Vom großen Spiegel weiß

Es war zu viel zu sehen
Im Silber hell und klar
Wo zwischen weißen Stelen
Nur blauer Nebel war

Nun ist der Schein erblindet
Und ich weiß nicht, woher
Und alles, was sich findet
Ist ruhiges, großes Meer

Ein einsamer Gedanke
Läuft nicht, wohin ich will
Ein Mensch hält diese Schranke
Vor der ich stehe, still

Gerry Huster

Ruhe

Ruhe

Die Katze schläft, sie hat sich grad geputzt
Mit rauer Zunge übers Fell und gähnte leicht verdutzt
Jetzt liegt sie ruhig, die Pfote auf dem Mund
Und krummem Rücken; schön ist das und rund

Wie ich die Katze da so ruhen seh‘
Stockt mein Schritt, mein Herz rast unvermindert
Und jagt voll Angst durch immergrünen Klee
Den es zertrampelt und am Blühen hindert

Auch ich möcht‘ gerne ruhen wie das Tier
Vom Arbeiten ist schon mein Rücken krumm
Und müd‘ vom Feiern falle ich bald um

Doch wie ich da so lieg‘, tickt schon die Uhr
Und mahnt mich, denn die Zeit besteht nicht nur
Drum steh‘ ich auf, der Ruhe fremd: Ich bin ein Mensch

Gerry Huster

Nachtgedicht

Nachtgedicht

 

Im Stillen leg ich mich hienieder

schließ die augen

zieh dahin

Und stehen will ich niemals wieder

nur im dunkeln

mensch ich bin

 

Die Welt zerdreht die Himmel schwanken

strahlend blauer

mond erscheint

So leg um mich die feinen Pranken

so ersticke

was da weint

 

Im Mondschein sink ich in die Erde

und der himmel

scheint so klar

Auf dass ich niemals wieder werde

wie die Erde

ich einst sah

 

Der Frieden soll mich bald ereilen

blauer mond ver-

giss mich nicht

Ich mag hier nicht mehr noch verweilen

bis das letzte

Ich zerbricht

 

Gerry Huster

In letzter Zeit kam etwas weniger.

Ich hoffe, dieses Gedicht erreicht trotzdem alle, die Genuss daran haben.