Geburt

Aus Impressionen eines Kindes

Geburt

Als Ich geboren war, lag ich in einem Raum auf einem weißen Bett, drei Menschen um mich rum. Der erste Mensch lag vor mir mit gespreizten Beinen und ich konnte die beiden Öffnungen sehen, die in seinen Körper hineinführten. Er zitterte und keuchte und ich erinnerte mich, dass er noch vor wenigen Momenten viel zu laut geschrien hatte. Eine Spur aus Schleim, Blut und anderen Ausscheidungen führte von ihm zu mir und ich fühlte mich ihm durch das Blut und die Ausscheidungen verbunden. Auch ich war, wie ich feststellte, mit diesem Schleim bedeckt. Als ich mich umdrehte, sah ich den zweiten Menschen. Er saß mir gegenüber auf einem kleinen Stuhl. Ein Schweißtropfen floss träge seine Wange hinab. Er hob seine Hand und winkte mir zu und verzog sein Gesicht auf merkwürdige Weise, dass seine Zähne rausschauten und die Mundwinkel nach oben wanderten.

Der dritte Mensch, den ich bis dahin nicht gesehen hatte, nahm mich hoch und schnitt mir ein Stück Haut ab, das aus meinem Bauch raushing und dort ein kleines Loch hinterließ. Ich sah zu, wie das Stück Haut von mir ab und zu Boden fiel. Der dritte Mensch nahm mich hoch und schlug mir leicht auf den Rücken. Ich fing an zu schreien, als ich den Stoß durch meinen Körper gehen spürte, und der dritte Mensch gab mich dem ersten Menschen und legte mich auf ihn drauf. Der erste Mensch trug ein weites weißes Kleid, das er öffnete und eine Brust quoll daraus hervor, die er mir zwischen meine schreienden Lippen führte und ich saugte daran und trank eine süße Flüssigkeit.

Während ich trank, spürte ich, wie die Erinnerungen an einen dunklen Ort, wie ich schlief und schwamm und gewesen war, und an das Schreien und das schmerzhafte Pressen verschwanden. Ohne zu wissen, was das war, wusste ich, dass ich leben wollte.

Gerry Huster

Blauer Mond aus Beton

Nein mein Kind der Mond ist nicht aus Käse
Schau nicht hoch gewöhn dich nicht ans Licht
In den Schluchten ist der Mondschein nicht
Hoffnung siegt doch nicht den Hunger Ärmster

Schau die Steine auf dem Weg so mächtig
Bergen Erze geben Eisen Gold
Nicht für dich denn es ist gottgewollt
Reichtum weilt hat Newton schon gelesen

Schau nur zu dein Leben wird verfließen
Und die Welt verweilt denn sie ist blind
Wir die wir von Gott verdammt doch sind
Schau der Tod erscheint so süß in Eden

Gerry Huster