Pour la fille

Pour la fille

It’s been so long

since I saw you

on the window

leaning smiling

fleeing dying

 

Gerry Huster

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Das halbe Glück

In einem Wald da steht ein Leiermann

Im Schneegestöber spielt was Es ersann

Der Tanz der weißen Dame schnell vergeht

Ein schwarzes Kleid durch Trauer hell gewebt

Der See aus Eis ist bläulich unterm Mond

Das Laub der Bäume ruht noch wie gewohnt

Die Lüfte ruhen still ist Unsre Bahn

Und immer weiter dreht es wie im Wahn

Der Leiermann spielt traurig seine Weise

Das Eise knirscht jetzt stirbt Es endlich leise

 

Gerry Huster

Blauer Mond aus Beton

Nein mein Kind der Mond ist nicht aus Käse

Schau nicht hoch gewöhn dich nicht ans Licht

In den Schluchten ist der Mondschein nicht

Hoffnung siegt doch nicht den Hunger Ärmster

Schau die Steine auf dem Weg so mächtig

Bergen Erze geben Eisen Gold

Nicht für dich denn es ist gottgewollt

Reichtum weilt hat Newton schon gelesen

Schau nur zu dein Leben wird verfließen

Und die Welt verweilt denn sie ist blind

Wir die wir von Gott verdammt doch sind

Schau der Tod erscheint so süß in Eden

Gerry Huster

Lagebericht

Ein Wald mit vielen
Eingängen mit vielen
Pfaden mit einem
Ziel
Wege mit vielen
Freuden mit vielen
Leiden mit einer
Richtung
Ich mit vielen
Hoffnungen mit großen
Flügeln mit einer
Zukunft
Ich mit vielen
Erfahrungen mit großer
Schwere mit einer
Vergangenheit
Suche ver
Zweifelt
Nach einer
Abkürzung
Gerry Huster

Über mein Gedicht „résumé“

Es mag seltsam scheinen, dass ich eins meiner Gedichte „résumé“ genannt habe. Einem von meinem Alter mag es durchaus nicht zustehen, sich selber einzubilden, er habe eine Zusammenfassung über das Leben zu ziehen. Schließlich hat er ja selber noch nicht einmal einen Bruchteil seines Lebens erlebt und sein „es nützt nicht zu leben“ lässt sich wohl kaum ernst nehmen. Woher soll er das auch wissen?

Auch ich habe mir selbstverständlich darüber Gedanken gemacht, ob ein solches Gedicht mich nicht vielleicht komplett lächerlich erscheinen lässt, wenn ich ein solches Gedicht schreibe und ob es unter Umständen nur ein Zeugnis jugendlicher Selbstüberschätzung ist, wie alles, was ich schreibe jugendliche Selbstüberschätzung sein könnte.

Ich bin jedoch zu dem Schluss gekommen, dass ich gerade wegen meiner Jugend besonders in der Lage bin, ein solches Gedicht zu verfassen. Das hängt mit dem Lyrischen Ich des Gedichtes zusammen. Ein Resümee -wie die hässliche deutsche Schreibweise lautet- zieht man, nachdem etwas vorbei ist. Ein Resümee über das Leben kann man also in der Theorie erst dann ziehen, wenn man bereits tot ist. Da es jedoch aus offensichtlichen Gründen unmöglich erscheint, einen toten einen Text schreiben zu lassen, muss diese Aufgabe von lebenden übernommen werden. Hierzu eignen sich nach meiner Meinung in vielen Fällen nur die Jungen. Denn um objektiv an dieses heikle Thema heranzugehen, muss man eigentlich unsterblich -d.h. davon nicht betroffen- sein. Da jedoch auch dies unmöglich ist, braucht man Leute, die ihren eigenen Tod noch nicht vor Augen, sich jedoch schon mit dem Tod allerlei Leute –„bedeutenden“ wie „unbedeutenden“- auseinandergesetzt hat. Deswegen braucht es gerade jemand Jungen, um ein Resümee über das Leben zu schreiben. Jemand altes würde sich die Dinge u.U. schönreden, um seinen eigenen Tod gelassener zu sehen.

Was ebenfalls noch gesagt werden muss: Das Lyrische Ich aus dem Gedicht ist (bzw. war) Atheist. Ich bin kein Atheist, weswegen ich den Aussagen des Gedichtes zwar durchaus zustimme, jedoch noch an eine weitere Ebene glaube, in der unser Leben sehr wohl einen Sinn hat. Ich muss daran glauben. Andernfalls könnte ich mir genauso gut die Pulsadern aufschneiden.

Gerry Huster

Sollten Sie mein Gedicht résumé noch nicht gelesen haben, können Sie es hier tun. Es würde mich freuen.