Sternschnuppen-Schauer (Wünsch‘ dir was)

Sternschnuppen-Schauer

Ein Stern zerfällt
An Himmels Atmosphäre
Und schaut die Welt
Auf der so gern er wäre

Es rast ein Stein
Durch Weltalls tiefe Weiten
Und noch sein Schein
Weilt bis in Ewigkeiten

Es scheint das Licht
Der Erde helle Tage
Und doch es bricht
Kein Laut und keine Klage

Du armer Stern
So bist auch du gestorben
Und wärst so gern
Von uns einer geworden

Im Angesicht einer zynischen Welt
Gerry Huster

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Der „Sinn des Lebens“

Die Frage nach dem Sinn im Leben ist eines der grundsätzlichsten Dinge, die den Menschen von den Tieren unterscheiden. Seit der Mensch Zeit hat, Gedanken auf Themen zu verwenden, die nicht auf das unmittelbare Überleben gerichtet sind, versucht er, diese Frage zu beantworten. Trotzdem ist es noch nicht gelungen, den Sinn des Lebens eindeutig festzustellen, was daran liegt, dass diese Frage in verschiedenen Kulturen ganz unterschiedlich angegangen wurde. Die Frage universal und „richtig“ zu beantworten ist unmöglich, da jeder Mensch individuell ein eigenes Ziel und somit auch einen eigenen Sinn im Leben festlegt kann und soll. Niemand kann also den Sinn des Lebens definieren. Aber jeder kann und sollte es auch versuchen:

Um den Sinn im Großen -also im Leben- zu finden, muss man erst einmal schauen, wo es Referenzen im Kleinen gibt, von denen man auf das Große schließen kann. Schon Aristoteles hat festgestellt, dass jede Handlung des Menschen im Kleinen einen Sinn hat und ein Ziel erfolgt. Jeder Mensch produziert etwas zu einem Zweck. Ein Färber zum Beispiel färbt Stoffe, damit diese an den Schneider verkauft werden, damit diese zu einem Anzug geschnitten werden, damit diese von einem Menschen getragen werden, damit diese nicht frieren etc. schon die kleinsten Kinder erkennen dieses Prinzip und nutzen es zu ihrer Freude mit den ewigen Warum-Fragen, die jeder, der schon einmal mit Kleinkindern zu tun hatte, kennen wird. Damit testen sie die Grenzen des Wissens der Erwachsenen, wohl wissend, dass diese Frage nach dem Warum nicht zu einem Ende geführt werden kann. Das liegt daran, dass kein uns bekanntes Sinn-System in sich geschlossen ist. Ein Stück Stoff etwa bekommt nicht dadurch einen Sinn, dass es an einen Schneider verkauft und zu einem Anzug genäht wird, und ein Anzug erhält seinen Sinn nicht bloß dadurch, dass er getragen wird, und die Tatsache, dass der Anzug getragen wird, nicht bloß dadurch, dass sie den Träger vor Kälte schützt, sondern in dem Sinn, der einzelnen Objekten zugewiesen wird, lässt sich immer ein weiterer Sinn entdecken.

Genau das gleiche System lässt sich nun im menschlichen Leben wiederfinden. Niemand existiert, nur damit er existiert, sondern, um sich zu bilden, Nachkommen zu zeugen, den evolutionären Prozess fortzuführen, um … was eigentlich? Die Frage nach dem Sinn des Lebens ist also die Frage nach dem Ende dieser scheinbar endlosen -und damit auch sinnlosen- Aneinanderreihung von kleinen Sinnen.

Welche Voraussetzungen  muss dieses Ende also haben? Zum ersten müsste es sich selbst zum Sinn haben, damit die irdische Sinnkette nicht fortgeführt wird. Das heißt, es muss existieren, um zu existieren. Das setzt aber auch voraus, dass es ewig ist. Denn etwas, das nicht ewig ist und also irgendwann rest- und spurlos verschwunden sein wird, kann nicht sich selbst zum Sinn haben, da es diesen Sinn durch seine Vergänglichkeit nicht erfüllen würde und somit auch nicht anderen Dingen zum Sinn dienen könnte. Welchen Sinn hat ein Goldstück, dass unbemerkt für den Bruchteil einer Sekunde in der Tasche einer armen Bettlerin auftaucht? Und welchen Sinn hat dann ein Universum, dass unbemerkt von allem anderen für einen an der Ewigkeit gemessenen so kleinen Zeitraum auftaucht und wieder verschwindet? In beiden Fällen lautet die Antwort: für sich genommen keinen. Das Goldstück hätte aber dann einen Sinn, wenn es etwas Gold in der Tasche der Bettlerin zurücklassen würde, sodass ihr ein unverhoffter Geldsegen zuteilwird. Und genau so verhält es sich mit allen Dingen im Universum: Wir erhalten erst dadurch einen Sinn, dass wir einen Einfluss und sei er auch noch so klein und indirekt auf etwas Größeres und Unendliches haben. Viele Menschen nennen dieses Größere Gott.

Einen Sinn nur auf der Erde -zum Beispiel im Vergnügen- zu suchen, hält jedoch vor dieser Argumentation nicht stand. Denn alles, was von seinem eigenen Vergnügen beeinflusst wird -man selbst und u.U. seine Mitmenschen- ist vergänglich. Erst, wenn man von einer ewigen Instanz ausgeht, die von diesem Vergnügen beeinflusst wird (ob positiv oder negativ spielt hierbei keine Rolle), erhält das Vergnügen einen Sinn.

Gerry Huster