Drachen

Drachen

Denn wir sind doch Drachen
Die am Strand hochfliegen
Und ganz freundlich runterschauten
Auf die Kinder die uns halten die
Wir selber sind
In Winden
An Seide vom Boden gehalten
Tanzen

Nach oben jedoch
Grinsen die Drachen höhnisch in den Himmel
Mit verblassenden Farben
Und Stangen ragen hässlich
Aus ihren zerrissenen Rücken

Und manchmal
Wenn ein Kind einen Drachen schaut
Dass es am Strand das Meer vergisst
Kommt eine Welle
Und das Meer
(Falscher Himmel!)
fordert seinen tribut

Gerry Huster

Winde

Winde

Wo ein Blatt vom Baum fällt
Der Wind fängt es sich auf
Trägt dann in die Winde
Das Blatt in irrem Lauf

Wirft es hoch und runter
Und zeigt ihm irgendwas
Wenn die Zeit gekommen
Fällt es ins grüne Gras

Zynisch treiben Winde
Das Blatt an mir vorbei
Kann es doch nicht fassen
Zu schnell ist es; Verzeih!

Bin doch selber Laub nur
Das sich im Wind verfängt
Voller Zweifel Glück leicht
In Spinnennetzen hängt

Gerry Huster

Fall – Ein Herbstgedicht

Fall

Schau her mein Herz des Sommers Grün
Ist vor uns noch verschwunden
Wie stachen seine Blumen kühn
In unsre warmen Wunden

Wie sanft und mutig fallen die
Noch einst so stolzen Blätter
Und doch mein Herz du zitterst wie
Bedrückt dich denn das Wetter

Du sahst wohl gelbes Laub
In deiner Zukunft steigen
Wo grau die Sonne scheint

Spätsommerlicher Staub
Ermahnt dich wohl zu schweigen
Und schweigen was uns eint

Gerry Huster