Gedanken zum neuen Jahr

Ein Jahr ist rum. So viele Tage. Wochen, Stunden.
Es ist vorbei. Ein weiteres Jahr voller Leiden und Schmerz. Aber auch Glück.
Mitte des Jahres habe ich diesen Blog eröffnet und er hat inzwischen 42 Follower. Ich weiß nicht, ob das viel ist für ein halbes Jahr. Es ist mir auch egal. Ich habe mich jedenfalls weiterentwickelt von meinen ersten Gedichten. Und ich werde es weiter tun.
Der erste Tag im Jahr und ich schreibe diese Zeilen. Man kann schlechter ins neue Jahr starten.
Gerade stört mich eine Nachricht. Ich will keine Nachrichten bekommen.
Ich schaue nach, was es war. Nichts wichtiges. Ich schreibe weiter.
Gestern mittag habe ich einen Spaziergang gemacht. Dabei ist mir ein Haiku eingefallen.


Haiku Nr. 17
Verlorene Zeit
Kehrt nicht mehr zu mir zurück
Außer in Tränen

Ich habe viel Zeit verloren.
Aber auch viel Zeit verwertet und genutzt.
Kann ich zufrieden sein?
Zufrieden sein ist ein Privileg der Tierwelt
Aber manchmal holt mich die verlorene Zeit ein.
Dann verfluche ich mich.
Schreie mein Spiegelbild an, will, dass es aufhört, mich zu verfolgen.
Aber das tut es nicht.
Das alte Jahr war ganz in Ordnung.
Ich bin dankbar für diesen Blog.
Dankbar um jeden, der meine Texte liest.
Das gibt mir Zuversicht.
2018 war o.k.
2019 wird es wohl auch.
Ein frohes neues Jahr

Gerry Huster 01.01.2019


Das ist mein Haiku

Ich veröffentliche die Haikus normalerweise nicht auf meinem Blog.

Wer möchte findet sie auf Instagram

https://www.instagram.com/gerryhuster/

Oder unten links auf meinem Blog
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Über die Gedichtform „Haiku“

Die ursprünglich japanische Gedichtform Haiku besteht aus drei Versen. Diese müssen sich nicht reimen, sondern nur eine bestimmte Silbenanzahl haben. Vers eins und drei müssen fünf und Vers zwei sieben Silben beinhalten. Auch der Rhythmus ist egal. Traditionell wird in einem Haiku ein Bezug zur Natur hergestellt.

Da ein Haiku nun sehr kurz ist, halte ich es für ungeeignet, um eine persönliche Weltsicht oder bestimmte Sachverhalte darzustellen. Dazu bietet es einfach nicht den Raum. Komplizierte Situationen verlangen auch komplizierte Texte und ein Haiku besticht oftmals durch seine Einfachheit und Leichte in der Form. Ich verwende Haikus gerne, um Gefühle und einzelne Situationen darzustellen. Anstelle eines TItels nummeriere ich sie durch. Schon ein Titel würde den Aufbau des Haikus zu komplex machen. Mithilfe eines Haikus kann man seine Empfindungen auf simple und geordnete Art und Weise ausdrücken, kurze Momente oder Sehnsüchte festhalten, oder aber auch kleine Botschaften schicken. Wichtig ist dabei, die Gedichte zwar konkret und präzise zu formulieren, die Aussae jedoch nicht direkt zu tätigen, sondern in Symbolen und Formulierungen zu verbergen. Wenn ein Gedicht so wenige Wörter beinhaltet, ist jedes einzelne Wort umso wichtiger.

Gerry Huster

Hier geht es zu einem Haiku von mir.