Laetare (03.04.2021)

Laetare

Ach; Im Süßen ist Gift
und im Gift ist das Bitt’re
Kein Kelch ist zu klein, dass er vorübergeht
Zwei Augen im Himmel hören kein Gebet
Blinzeln weißen Dunst in blaue Gläser

Fasten ohne Sonntag
ist Fasten ohne Sinn
Ein Tunnel ohne Ende
Lange schwarze Wände
Ist nicht das, worauf die Welt besteht

Ach; Im Bitt’ren ist Nacht
und in Nacht ist ein Mond
Ostern hat sich gewandelt
Es wird zu rar gehandelt
Wir waren viel zu Süßes viel zu sehr gewohnt

Isst man lange genug ohne Salz
Gewinnt auch die Erbse im Bett der Prinzessin
Einen neuen Geschmack
Laetare, Jerusalem!
Laetare, g.h.

Gerry Huster

Flügelloser Vogelflug

Flügelloser Vogelflug

Zwei Kranichen zu folgen meinte ich
Ziehend in die heiligen Wälder des gelobten Landes
Amerika geheiligt durch
Das Gold in den Flüssen und den Alkohol in den Flaschen

Die Kraniche zu fangen meinte ich
Angekommen zwischen parfümierten
Körpern nackter Frauen in
Der Heiligkeit des lobenden Landes

Ein Kranich zu werden meinte ich
Fett und aufgedunsen geworden in
Stetiger Ablenkung meinte ich
Ein Kranich zu sein

Doch als ich in den Himmel schaute
Ich hatte ihn fast vergessen in den nackten Frauen
Da war er grau und zerklüftet und die Kraniche
fortgeflogen. Punkte in der Landschaft

Enttäuscht beschloss ich
Nie wieder nach dem Himmel zu schauen und selber
Ein Kranich zu sein in
Einer Welt der falschen Spiegel

Gerry Huster

Das Geheimnis

Das Geheimnis

Im blauen Mond hängt eine Uhr aus Sand
In seinem Schein schaut sie das schwarze Land
Ich ward nicht glücklich seit ich sie gesehn
Und weiß auch sie wird irgendwann vergehn
Es scheint die Erde wird durch sie befreit
Der Tag wird kommen den das Beil zerteilt
Die Zeit vergeht und keiner weiß bis wann
Der Sand zerfällt ich fall in seinen Bann
Und schließ ich auch die kleinen Äuglein zu
So sie vergeht so fehlet mir die Ruh

Gerry Huster