Laetare (03.04.2021)

Laetare

Ach; Im Süßen ist Gift
und im Gift ist das Bitt’re
Kein Kelch ist zu klein, dass er vorübergeht
Zwei Augen im Himmel hören kein Gebet
Blinzeln weißen Dunst in blaue Gläser

Fasten ohne Sonntag
ist Fasten ohne Sinn
Ein Tunnel ohne Ende
Lange schwarze Wände
Ist nicht das, worauf die Welt besteht

Ach; Im Bitt’ren ist Nacht
und in Nacht ist ein Mond
Ostern hat sich gewandelt
Es wird zu rar gehandelt
Wir waren viel zu Süßes viel zu sehr gewohnt

Isst man lange genug ohne Salz
Gewinnt auch die Erbse im Bett der Prinzessin
Einen neuen Geschmack
Laetare, Jerusalem!
Laetare, g.h.

Gerry Huster

Dreikommaeinsvier

Dreikommaeinsvier

Teil‘ ich eins von zwei mit Einer
Hab‘ ich zwei von eins für mich
Treib‘ ich diese Rechnung weiter
Bis die Logik dran zerbricht

Zwischen bunten Scherbenhaufen
In halber Unendlichkeit
Lernten meine Zahlen laufen
Und sie liefen lachend weit

Jetzt sind ewig Tage, Nächte
Kreisrund die Unendlichkeit
Und mit was ich sie verbrächte
Drängt mich, denn wir haben Zeit

Doch genug von blassen Zahlen
Wo die Erde so schön riecht
Die Zukunft wird das Jetzt bezahlen
Heute sind wir, morgen nicht

Gerry Huster