Die Jahrtausendwandler

Die Jahrtausendwandler (30.12.2020)

Sie sind große Menschen am Horizont
Viele kleine Körper sind in ihnen Stücke schwarzen Fleischs
Das hat die Sonne verkohlt über all die Jahre und
Die Augen sind trübe langsam
Laufen sie, treiben die Jahrtausende vor sich her
Sie trieben schon das Letzte, sie jagen auch noch dieses
Und nicht das Übernächste wird ihnen eine Heimat sein

Auf harte Böden prallen schwer ihre Schritte
Keine Abdrücke bleiben zurück
Aber die Wälder!
Von denen jeder weiß
Und durch die niemand sieht


Langsam laufen sie am Horizont
Und so wie die Welt größer wird
Kommt der Horizont immer näher heran
Und entschwindet ihren Schritten
Der ganze Rest

Sie sind verloren im Jahrtausend
Und ihre Lieder werden geteilt
Noch lang nur durch sie selber

Gerry Huster

Aufbruch

Aufbruch

Aus. Aus! du blaues Licht
Grün verlass ich deine Kälte
Es hält die Starre nicht
Die ich erfuhr als ich dich wählte

Hinfort von mir ihr Bleigewichte
Die giftig meinen Hals gefüllt
Es muss geschehn dass ich vernichte
Ein Leben das sich nie gefühlt

Ihr schönen Federflügel die
Ihr doch mit altem Teer geklebt
Wir flogen oft doch sahen nie
Wie eine Wiese rotgrün blüht

Im Flug noch denke ich O Heimat
Du gabst und warst zu mir so gut
Wie konnte werden dass ich klein ward
Und fast ertrink in Wasserflut

Gerry Huster

westlich

Wo auf einer Insel ein Volk fett feiernd lebt

Und selbst das Gesindel sonntags auf Fleisch besteht

Sind in Ozeanen der Sklaven mehr und mehr

Flehet um Erbarmen der Armen großes Heer

Wo die Gelder fließen in Weihrauch Gold und Licht

Und die Trauben sprießen wo niemand sie noch bricht

Hinter den Kulissen der Armen große Schar

Kriegen keinen Bissen von dem was ihres war

Wo die Reichen singen in Freude Lust und Tanz

Und die Lieder klingen als Boten ihren Glanz

Bildet in den Fernen der Mensch den Mensch sich ein

Eilet zu den Sternen ein Tier nicht mehr zu sein

Wo auf einer Insel ein Volk fett feiernd lebt

Und selbst das Gesindel sonntags auf Fleisch besteht

Sind die feinen Herren selbst wenig Mensch nicht mehr

Irgendwann in Särgen wird doch ihr Gold zu schwer

Gerry Huster