westlich

Wo auf einer Insel ein Volk fett feiernd lebt

Und selbst das Gesindel sonntags auf Fleisch besteht

Sind in Ozeanen der Sklaven mehr und mehr

Flehet um Erbarmen der Armen großes Heer

Wo die Gelder fließen in Weihrauch Gold und Licht

Und die Trauben sprießen wo niemand sie noch bricht

Hinter den Kulissen der Armen große Schar

Kriegen keinen Bissen von dem was ihres war

Wo die Reichen singen in Freude Lust und Tanz

Und die Lieder klingen als Boten ihren Glanz

Bildet in den Fernen der Mensch den Mensch sich ein

Eilet zu den Sternen ein Tier nicht mehr zu sein

Wo auf einer Insel ein Volk fett feiernd lebt

Und selbst das Gesindel sonntags auf Fleisch besteht

Sind die feinen Herren selbst wenig Mensch nicht mehr

Irgendwann in Särgen wird doch ihr Gold zu schwer

Gerry Huster

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Blauer Mond aus Beton

Nein mein Kind der Mond ist nicht aus Käse

Schau nicht hoch gewöhn dich nicht ans Licht

In den Schluchten ist der Mondschein nicht

Hoffnung siegt doch nicht den Hunger Ärmster

Schau die Steine auf dem Weg so mächtig

Bergen Erze geben Eisen Gold

Nicht für dich denn es ist gottgewollt

Reichtum weilt hat Newton schon gelesen

Schau nur zu dein Leben wird verfließen

Und die Welt verweilt denn sie ist blind

Wir die wir von Gott verdammt doch sind

Schau der Tod erscheint so süß in Eden

Gerry Huster

Über die Liebe

Das höchste Gefühl, das ist die Liebe
Sie begleitet einen von der Wiege
Durch das ganze Leben lang,
weil man nur so leben kann!
Man liebt die Eltern seit Beginn seiner Zeit
Später noch wird die Erotik befreit
Und in Liebe tanzt man auf Wolken am Himmel
in einem der großen Liebesgetümmel

Alles Lug und Trug!

Die Wissenschaft hat rausgefunden
Den Zweck der Liebe sich erklärt
's ist, dass die Frau ein Kind gebärt
So kommt der Mensch über die Runden

Man liebt die Macht: Die Reichen, geschönten
Wer Geld hat, dem ist die Liebe gewiss!
Ist's jedoch weg, zeigt auch der Mensch sein Gebiss
Und wendet sich ab von den nunmehr verpönten

Und darum ist das droben am Himmel

nur illusionärer Liebesfimmel

Gerry Huster

 

Der Preis des Reichtums (Gerry Huster)

Im Schatten der Domtürme

In den Villen der ganz Reichen

tummelt sich des Mensch Gewürme

etwas abseits: bleiche Leichen

Es tummelt sich die ganze Nacht

doch in ihrem lust´gen Sein

Mitten in der Cocktailschlacht

geht der Mond auf: bleicher Stein

Und er bescheint des Menschen Sünden

Der Gesellschaft Schleier schwinden

Und sie fliehen, nicht bereit

für des Menschen Schlechtigkeit

Und sie fliehen durch die Straßen

Stolpern über Leichen

Sie, die die Leichen damals fraßen

Weinen heut zum Steinerweichen

Und durch die menschenleere Stadt

tönt fröhlich bunter Reigen

Es tanzen nun die Toten statt

den Reichen ihre Weisen

Und oben glänzt der Monde matt

zieht fort zu neuen Reisen

Doch als die Sonn am Himmel steht

Sieht man in des Domes Schatten

Menschen gleich den alten Ratten

Und wenn man etwas Abseits geht:

auch die neuen Reichen

fordern bleiche Leichen

 

Gerry Huster