Winde

Winde

Wo ein Blatt vom Baum fällt
Der Wind fängt es sich auf
Trägt dann in die Winde
Das Blatt in irrem Lauf

Wirft es hoch und runter
Und zeigt ihm irgendwas
Wenn die Zeit gekommen
Fällt es ins grüne Gras

Zynisch treiben Winde
Das Blatt an mir vorbei
Kann es doch nicht fassen
Zu schnell ist es; Verzeih!

Bin doch selber Laub nur
Das sich im Wind verfängt
Voller Zweifel Glück leicht
In Spinnennetzen hängt

Gerry Huster

Die Reisenden

Die Reisenden

Auf meinen Wegen traf ich
Den bunten Spielmannszug
Ich zog mit ihm er nahm mich
Zum Clown und Denker gut

Man gab mir bunte Sachen
Und Doktorwürden drauf
Ich brachte sie zum Lachen
Und nahm den Rest in Kauf

Nur abends an dem Feuer
Da wärmte mich kein Licht
Sie spielten ungeheuer
Wie Holz in Flammen bricht

Wie sie die Freude bringen
So Wolken mit mir ziehn
Und wo sie lustig singen
Muss Es dem Ich entfliehn

So packte ich mein Bündel
Und stahl mich heimlich fort
Ich war und blieb Gesindel
Hier wie an anderm Ort

Gerry Huster

Aufbruch

Aufbruch

Aus. Aus! du blaues Licht
Grün verlass ich deine Kälte
Es hält die Starre nicht
Die ich erfuhr als ich dich wählte

Hinfort von mir ihr Bleigewichte
Die giftig meinen Hals gefüllt
Es muss geschehn dass ich vernichte
Ein Leben das sich nie gefühlt

Ihr schönen Federflügel die
Ihr doch mit altem Teer geklebt
Wir flogen oft doch sahen nie
Wie eine Wiese rotgrün blüht

Im Flug noch denke ich O Heimat
Du gabst und warst zu mir so gut
Wie konnte werden dass ich klein ward
Und fast ertrink in Wasserflut

Gerry Huster