Seelenklage

Seelenklage

Ein grüner und ein blauer Mond
Umkreisen meine Seele
Ich wollt dass einer bei mir wohnt
Zur Einheit dass ich lebe

Doch sitzt bei mir der grüne Stein
Voll Freude schöner Tage
So möchte ich bei dem andern sein
Es reizt mich wenn ich sage

Ich schaue euch ihr Lichterwesen
Die ihr euch einst im Tod geneigt
In euch entsteht ein neues Leben
Das sich in einem Mond vereint

Dann strahlt auf mich ihr Sternenfunken
Des Mondes Himmel scheint so weit
Ist dieser letzte Stern gesunken
Ist dieser kleine Geist befreit

Gerry Huster

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Das Geheimnis

Das Geheimnis

Im blauen Mond hängt eine Uhr aus Sand
In seinem Schein schaut sie das schwarze Land
Ich ward nicht glücklich seit ich sie gesehn
Und weiß auch sie wird irgendwann vergehn
Es scheint die Erde wird durch sie befreit
Der Tag wird kommen den das Beil zerteilt
Die Zeit vergeht und keiner weiß bis wann
Der Sand zerfällt ich fall in seinen Bann
Und schließ ich auch die kleinen Äuglein zu
So sie vergeht so fehlet mir die Ruh

Gerry Huster

Lied von der Henkersmachergasse

Lied von der Henkersmachergasse

In der Henkersmachergasse
Stehen kleine graue Hütten
Davor kleine graue Weiber
Und die Greise mit den Krücken

In der Henkersmachergasse
Scheint die Sonne schon zu lange
Auf den Schmutz der Straßengräben
Und die leere Fahnenstange

In der Henkersmachergasse
Stopfen Löcher nur die Taschen
Von den Frauen und den Greisen
Die schon lange nichts mehr fassen

In er Henkersmachergasse
Kommt ein hoher Mann besuchen
Mit den weißen Anzugtaschen
Und missbilligendem Fluchen

In der Henkersmachergasse
Spritzt das Blut der weißen Kälber
Und die Tränen der Verfluchten
Auf die armen Henker selber

Ja die Henkersmachergasse
Ist ein Viertel voller Armer
Die die Reichen sich dann fassen
Und zum Henker machen lassen

Gerry Huster

Antikampfruf

Antikampfruf

Und wenn er dich da in den Krieg schickt
O Mensch
Bedenke dass du noch ein Mensch bist
Kein Tier
Bedenke dass es keinen Sieg gibt
O Mensch
Wenn du doch im Menschen dich selbst frisst
Das Wir

Und wenn du dann liegst in den Gräben
O Mensch
Bedenke dass drüben ein Mensch ist
Kein Tier
Drum folge dann nicht Kriegschorälen
O Mensch
Der Fahne die du Tyrannei hisst
Nicht dir

Und wenn der Beherrscher den Krieg will
O Mensch
So denke dass dein Geist noch frei sei
Kein Tier
Dann schweigen die Waffen der Welt still
Ein Mensch!
Und singen tut nicht mehr der Welthai
Nur Wir

Gerry Huster

Mein Antikampfruf mag verhallen; aber niemand soll kommen Ich hätte nichts gesagt.

Der liebende Abschied

Der liebende Abschied

Sag spürst du den Wind
Der mich umweht
In Liebe so sind
Wir eng verweht

Und bin ich verwelkt
In balder Zeit
So fluch nicht die Welt
Die dir verbleibt

Auch Sterne müssen sterben
Damit was leben kann
In dieser Welt

Des Todes weiße Schergen
Der dunklen Welten dann
Ist was erhält

Der eisige Wind
Ist was ich bin
Und mein Geistes Kind
Bleibt ohne Sinn

Geliebte so bricht
Mein Selbst vor dir
Drum schaue mich nicht
Doch geh von mir

Drum sollte man nicht lieben
Weil es vergehen kann
In dieser Welt

So liebe ich verschwiegen
Und werde sterben dann
Wie sie zerfällt

Gerry Huster

Rezitativ der Flüchtenden

Rezitativ der Flüchtenden

  1. Wie dunkel sind die feuchten Höhlen. Die Fabriken wo Reichtum geschaffen wird.

(refrain):
Noch einen Schritt Nur einen Schritt
      Der Marsch geht weiter
      die pechschwarzen Reiter
                  Gnade wer mit ihnen stritt
Tu deinen Schritt nur einen Schritt

2. Wie zahlreich sind unsere Massen im Rahmen der Unendlichkeit

(ref.)

3. Wie mächtig ist der Gott der Winde auf dem Meer. Der Gott der rasenden Kugeln, der ewigen Menschlichkeit.

(ref.)

4. Wie groß ist unser Zweifeln auf dem ewigen Sterben des Weges.

(ref.)

5. Wie weit ist unsere Heimat in der Unbestimmtheit des Universums.

(ref.)

6. Wie süß scheint das Menschenrecht privilegierter Völker.

7. Wie dunkel scheint die Nacht der verschlossenen Türen.

8. Wie erschreckend scheint der Gang des ruhigen Meeres.

9. Wie traurig klingt die Geige in der Einöde des menschlichen Herzens.

(ref.)

10. Wir sind die Masse der ungekannten Namen. Wir ziehen für die Ewigkeit. Einige verschwinden aus uns. Andere kommen hinzu. So ist das. Wir sind Vertriebene ohne Richtung

Noch einen Schritt nur einen Schritt
      Der Marsch geht weiter
      die pechschwarzen Reiter
                  Und wenn man mit ihnen stritt
Wär das dein Schritt der eine Schritt

Gerry Huster

Tränentraum

Tränentraum

Ich wünschte eine Träne
Trät‘ aus dem Aug‘ heraus
Dass als dann jeder sähe
Den mächt‘gen Todesrausch

Ich wünschte mein Gesichte
Wär‘ nass vom Tränenstrom
Es ginge dann zunichte
Des meinen schwarzer Thron

Ich wünschte mir die Träne
Würd‘ steigen hoch empor
Und in der Himmelssphäre
Durch ewig golden Tor

Und doch wie ich auch rede
Vom schönen Irgendwann
Ich bleibe in der Schwebe
Weil ich nicht weinen kann

Gerry Huster

Sternschnuppen-Schauer (Wünsch‘ dir was)

Sternschnuppen-Schauer

Ein Stern zerfällt
An Himmels Atmosphäre
Und schaut die Welt
Auf der so gern er wäre

Es rast ein Stein
Durch Weltalls tiefe Weiten
Und noch sein Schein
Weilt bis in Ewigkeiten

Es scheint das Licht
Der Erde helle Tage
Und doch es bricht
Kein Laut und keine Klage

Du armer Stern
So bist auch du gestorben
Und wärst so gern
Von uns einer geworden

Im Angesicht einer zynischen Welt
Gerry Huster

Gedanken zum neuen Jahr

Ein Jahr ist rum. So viele Tage. Wochen, Stunden.
Es ist vorbei. Ein weiteres Jahr voller Leiden und Schmerz. Aber auch Glück.
Mitte des Jahres habe ich diesen Blog eröffnet und er hat inzwischen 42 Follower. Ich weiß nicht, ob das viel ist für ein halbes Jahr. Es ist mir auch egal. Ich habe mich jedenfalls weiterentwickelt von meinen ersten Gedichten. Und ich werde es weiter tun.
Der erste Tag im Jahr und ich schreibe diese Zeilen. Man kann schlechter ins neue Jahr starten.
Gerade stört mich eine Nachricht. Ich will keine Nachrichten bekommen.
Ich schaue nach, was es war. Nichts wichtiges. Ich schreibe weiter.
Gestern mittag habe ich einen Spaziergang gemacht. Dabei ist mir ein Haiku eingefallen.


Haiku Nr. 17
Verlorene Zeit
Kehrt nicht mehr zu mir zurück
Außer in Tränen

Ich habe viel Zeit verloren.
Aber auch viel Zeit verwertet und genutzt.
Kann ich zufrieden sein?
Zufrieden sein ist ein Privileg der Tierwelt
Aber manchmal holt mich die verlorene Zeit ein.
Dann verfluche ich mich.
Schreie mein Spiegelbild an, will, dass es aufhört, mich zu verfolgen.
Aber das tut es nicht.
Das alte Jahr war ganz in Ordnung.
Ich bin dankbar für diesen Blog.
Dankbar um jeden, der meine Texte liest.
Das gibt mir Zuversicht.
2018 war o.k.
2019 wird es wohl auch.
Ein frohes neues Jahr

Gerry Huster 01.01.2019


Das ist mein Haiku

Ich veröffentliche die Haikus normalerweise nicht auf meinem Blog.

Wer möchte findet sie auf Instagram

https://www.instagram.com/gerryhuster/

Oder unten links auf meinem Blog

Der ewige Zustand

Der ewige Zustand

Die Welt ist arm der Mensch ist schlecht
Das schrieb zuweilen Bertolt Brecht
Der Mensch wo ihm nichts übrig blieb
Drum führte fort den großen Krieg
Und Stalin lehnt sich stolz zurück
Er hat die halbe Welt verrückt
Der Krieg war aus es gab ihn nie
C’est la vie

Europa ward entzweigeteilt
Die USA bereits weltweit
Und bald schon gab’s man ahnt es schon
Krieg; mit der Sowjetunion
Dass selbst der Mann im Mond gesagt
Gott sei Dank der INF-Vertrag
Schiffe vor Kuba gab es die?
C’est la vie

Im Porzellan ein Elefant
Amerika gespalten Land
Es bleibt der große Handels-Krieg
Und führt er keinen auch zum Sieg
Im Osten war die Annexion
Europa stört die Union
Soldat, du wünschst dir Frieden, wie?
C’est la vie
Sellerie

Gerry Huster